Gefäßmedizin

Die Gefäßmedizin umfasst die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des arteriellen und venösen Gefäßsystems. Arterien führen das sauerstoffreiche Blut vom Herzen unter hohem Druck zu den Organen und Extremitäten, Venen hingegen leiten das sauerstoffarme Blut aus den Organen und Extremitäten zurück zum Herzen. Der Druck in den Venen ist sehr niedrig, das Blut wird förmlich vom Herzen "angesaugt".

Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des arteriellen Gefäßsystems

  • Ursachen
    für Erkrankungen des arteriellen Gefäßsystems: Stoffwechselerkrankungen (hohe Zucker- oder Cholesterinwerte) oder hoher Blutdruck schädigen die Gefäßwand, es folgen eine Entzündung in der Gefäßwand (Atherosklerose oder Arteriosklerose) und die Entstehung von Gefäßbelägen (Plaques), die den Blutfluss in den Arterien behindern können (Stenosen). Diese Beläge können das Gefäß auch komplett verschließen, so dass die Durchblutung der Organe zum Erliegen kommt (Infarkt).
  • Beschwerdebilder
    erst wenn die Durchblutung eingeschränkt wird, treten Beschwerden auf: Kribbeln im Gesicht bis hin zu einseitigen Lähmungen, Engegefühl in der Brust, bei Frauen können auch Rückenschmerzen auftreten als Folge von Durchblutungsstörungen des Herzen, Wadenkrämpfe oder häufiges Stehenbleiben nach kurzer Gehstrecke ("Schaufensterkrankheit").
  • Diagnostik:
    Neben der Untersuchung der Arterien (Inspektion der Beine, Tastbefunde und Funktionstests) stehen als apparative Diagnostik unterschiedliche Ultraschallverfahren zur Verfügung, um die Gefäße wie auch die Organe untersuchen zu können. Ergänzt werden diese Techniken durch radiologische Verfahren, wie "MRT" oder "CT"-Untersuchungen.
  • Therapieverfahren
    Vorbeugend bei Arterienerkrankungen wirken: Bewegung und Gewichtsreduktion oder fett- und cholesterinarme Ernährung. Die Behandlung der Grunderkrankung steht im Vordergrund, ergänzt durch Blutgerinnungshemmer oder durchblutungsfördernde Medikamente.

Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des venösen Gefäßsystems

  • Ursachen
    für Erkrankungen des venösen Gefäßsystems:
    Die Venen sind ausgestattet mit Venenklappen, die wie "Rückschlagventile" funktionieren: mit dem Herzschlag wird das Blut "angesaugt", nach dem Herzschlag schließen die Klappen, so dass portionsweise das Blut zum Herzen gelangt.
    Langes Stehen oder Sitzen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Schwangerschaft, Thrombosen oder eine ererbte Bindegewebsschwäche behindern den Transport des Blutes in den Venen.
  • Beschwerdebilder
    Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen oder Schwellungen, immer wieder auftretende Wadenkrämpfe oder Entzündungen der Venen weisen auf eine Venenerkrankung hin.
  • Diagnostik:
    Neben der Untersuchung der Venen (Inspektion der Beine, Tastbefunde und Funktionstests) stehen als apparative Diagnostik unterschiedliche Ultraschallverfahren zur Verfügung.
  • Therapieverfahren
    Vorbeugend bei Venenerkrankungen wirken: Bewegung und Gewichtsreduktion, sowie das Hochlagern der Beine. Elastische Binden (Kompressionstherapie) erleichtern den Rückfluss des Blutes zum Herzen und "erleichtern" die Venen.
    • Sklerotherapie
      Mit einer feinen Spritze wird Schaum in die Vene eingeführt, die Vene verklebt, der Körper baut diese unbrauchbare Vene selbständig ab.
    • Miniphlebektomie
      Durch kleine Stiche in kräftige, oberflächliche Venen werden diese schonend entfernt. Es entstehen keine Narben.
    • Endolasertherapie
      Eine feine Lasersonde wird in die Vene eingeführt, die Laserenergie verschließt die Venen - ein sehr schonenden, elegantes Verfahren.
    • Radiowellentherapie
      Eine Sonde wird in die Vene eingeführt und erhitzt die Vene, die dadurch verklebt, in der Folgezeit schrumpft und dann vom Körper abgebaut wird.
    • Krampfaderoperationen ("Venenstripping")
      Ein "Draht" wird in die großen Venen eingeführt, dann wird durch das Herausziehen des Drahtes die gesamte Vene entfernt.

Gerne informieren wir Sie über die einzelnen Diagnostik- und Therapieverfahren.